Bericht von der Gemeindeversammlung am 24. Februar 2019

Die sehr gut besuchte Gemeindeversammlung begann nach einem gemeinsamen Mittagessen (es gab nach ‚alter Grafschafter Sitte’ Suppe und Pudding ;herzlichen Dank an Judith + Team für die Vorbereitung), die in Absprache mit den Mitgliedern des Kirchenrates von Pastor Veldmann geleitet wurde.

Zunächst ging es um die zukünftig pastorale Versorgung der Gemeinde. Pastor Veldmann erläuterte, dass sich der Kirchenrat diesbezüglich schon seit geraumer Zeit Gedanken gemacht und sowohl mit dem Moderamen der Landeskirche als auch mit dem Kirchenrat er ev.-ref. Veldhausen das Gespräch gesucht habe.  Ein erster Brief entsprechenden Inhalts sei schon Anfang 2017 an die Kirchenleitungin Leer gegangen und einen ersten Gedankenaustausch mit den Veldhauser Kollegen Hagmann und Roters habe es mit Einwilligung des Kirchenrates im Juni 2018 gegeben. Danach seien die Kirchenräte der Kirchengemeinde zweimal zu Gesprächen zusammengekommen. Beim letzten Gespräch am 31.01.2019 seien auch Kirchenpräsident Dr. M. Heimbucher und Präses Heidrun Oltmanns dabei gewesen.  

Die Georgsdorfer Pfarrstelle werde nach dem Eintritt des momentanen Stelleninhabers in den Ruhestand  Anfang 2020 zunächst vakant bleiben, nach angemessener Zeit jedoch von der Landeskirche zur Wiederbesetzung freigegeben werden, allerdings nicht zu  100 %, da die Mindestgröße  für eine 100% Stelle per Synodenbeschluss seit 2004  bei 1800 Gemeindegliedern liege, Georgsdorf aber momentan nur 1420 habe, was vor allem dem demografischen Wandel geschuldet sei. Die ev.-ref. Kirchengemeinde Veldhausen verfüge aktuell über zwei Pfarrstellen, was aber aus den schon genannten Gründen zukünftig wohl nicht mehr der Fall sein werde. Daher liege es nahe, spätestens nach Freiwerden einer Pfarrstelle in Veldhausen eine enge Kooperation der Kirchengemeinde Georgsdorf und Veldhausen in Gestalt eines „Gemeindeverbundes“ anzustreben. Dafür sprächen die gute und stets einmütige Zusammenarbeit vieler Jahre und Jahrzehnte, die räumliche Nähe, eine lange gemeinsame Geschichte, viele persönliche Verbindungen auf der Gemeindeebene und die Zugehörigkeit zur selben Samtgemeinde. In jedem Fall strebe der Georgsdorfer Kirchenrat vehement die Präsenz einer Pastorin oder eines Pastors vor Ort an. Hauptproblem sei allerding der fehlende theologische Nachwuchs (es gebe im Augenblick nur 12 Theologie-Studierende). Die mangelnde Bereitschaft gerade der Berufsanfänger und Berufsanfängerinnen, in einer Landgemeinde tätig zu sein, sei ein überaus großes Problem.

Gleichwohl sei die Gemeinde für die Vakanzzeit gut aufgestellt. Sie habe einen sehr aktiven und umsichtigen Kirchenrat und eine Gemeindevertretung, deren Mitglieder sich bereit erklärt hätten, weitere Aufgaben zu übernehmen. Ferne habe die Gemeinde mit Judith Joostberends und Jan Bos ein tolles,  verantwortungsbewusstes und fleißiges Küstergespann, in Ulrike Lambers eine engagierte und  kompetente Rechnungsführerin und bei Jan – Hindrik Ahuis lägen sämtliche Friedhofsangelegenheiten schon seit Jahren in den besten Händen. Sehr dankbar seien Kirchenrat und Gemeinde auch für die Bereitschaft ihres Pastors im Ehrenamt, Günter Plawer, beratend, helfend, koordinierend und natürlich hin und wieder predigend zur Verfügung zu stehen. Betreffs der gottesdienstlichen Versorgung -gerade bei Kasualien- stehe aber auch das Moderamen des Synodalverbandes in der Verantwortung. Erfreulicherweise würden Aliede Wolters und Gisela Berens gerade zu Lektorinnen ausgebildet, so dass die Gestaltung einiger Sonntagsgottesdienste durchaus mit „eigenen Kräften“ zu bewerkstelligen sei. Hier werde  auch Gottesdienst – Vorbereitungskreis  ein wichtige Rolle spielen. Allerdings gebe es schon noch einige Aufgaben zu verteilen, z. B. die Erstellung des Gemeindebriefes, die Gestaltung und weitere Betreuung  des Internetauftritts der Kirchengemeinde ( Homepage, Facebook, Twitter, Instagram).

Weiterhin war der Neu – bzw. Umbau des Kindergartens ein wichtiges Thema. Pastor Veldmann dankte zunächst dem Team des Kindergartens unter der Leitung von Heidrun-Keen-Spalink   für wunderbare Arbeit. Man /frau höre von allen Seiten viel Lob und Anerkennung und die ‚Moorpatzen‘ besuchten ausgesprochen gerne und freudig ‚ihren‘ Kindergarten.

Allerdings seien die Räumlichkeiten inzwischen zu  einem  großes Problem geworden. Es gebe auch nach der Eröffnung der Einrichtung vor 17 Jahren  immer noch eine nur ‚vorläufige‘ Betriebsgenehmigung, was in erster Line den räumlichen Gegebenheiten geschuldet sei, die schon lange nicht mehr den aktuellen Standards entsprächen.  Die Kirchengemeinde als Trägerin der Einrichtung dränge schon seit 2014 auf die umfängliche Modernisierung  und Erweiterung des Gebäudes am Neuen Diek. Erfreulicherweise habe die Eigentümerin des Gebäudes, die politische Gemeinde Georgsdorf ( Dank an den  Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Anja Schupe!)  einmütig beschlossen, die erforderlichen Baumaßnahmen nun endlich  hinauszuführen. Die Pläne (Architektenbüro J. Hensen / Veldhausen) lägen zur Einsicht vor, mit den Arbeiten solle so bald wie möglich begonnen werden. Es werden für die Zukunft genügend Krippenplätze zur Verfügung stehen. Den Erwartungen der Eltern werde also Genüge getan.

Beim ersten Umbau habe sich die Landeskirche finanziell noch stark beteiligt. Sie habe damals in sehr schwierigen Zeiten einen Zuschuss von 160.000 DM gewährt. Das sei das Doppelte dessen gewesen, was die politische Gemeinde Georgsdorf seinerzeit habe aufbringen können.

Nun hätten sich die Vergaberichtlinen der Landeskirche, bzw. des Diakonischen Werkes  geändert. Die Ev.-ref. Kirche co-finanziere nur noch den laufenden Betrieb, nicht aber (Um) Baumaßnahmen von Gebäuden, die nicht ihr Eigentum seien. Sie müsse zusammen mit den Kirchengemeinden für den Erhalt vieler, z. T. sehr alter kirchlicher Gebäude (Kirchen etc.) Sorge tragen und sei als einer der ärmeren und kleineren Landeskirchen gezwungen gewesen, diesbezügliche Schwerpunkte zu setzen. Deshalb werde die Kirchengemeinde Georgsdorf versuchen, selbst Fördermittel für das Bauprojekt ‚Kindergarten‘ zu generieren.

Sie habe bei der hiesigen Volksbank ein ‚Sonderkonto Kindergarten‘ eingerichtet ( DE 052 80 699 26249 12 26 305)  und strebe an, durch Spenden, Kollekten, Sammlungen, Aktionen – auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen,- mindestens 30.000,00 € zu genieren, die dann eventuell – z.B.  vom Diakonischen Werk aus frei verfügbaren Konzessionsmitteln-  noch einmal um denselben Betrag aufgestockt werden könnten. Der Vorschlag, eine Haussammlung durchzuführen, stieß auf positive Resonanz.

Pastor Veldmann appellierte an die Gemeindeversammlung, den Kindergarten zu einer ‚Herzensangelegenheit‘ , nicht nur der Kirchengemeinde, sondern aller Bürger und Bürgerinnen zu machen. Die Kirchengemeinde habe den Eltern bei der Taufe versprochen, sie und die Kinder „durch Verkündigung, Unterweisung, Gebet und praktische Hilfe zu begleiten“, resp. zu unterstützen, was nichts anders bedeute als die öffentliche Übernahme des Patenamtes. Das inzwischen so beliebte individuelle Patenamt sei mehr oder weniger ein gegenseitiger „Freundschaftserweis“- erfahrungsgemäß in den meisten Fällen ohne ‚geistlichen Inhalt‘. Um so mehr trage die Kirchengemeinde dafür Verantwortung und versuche dieser z.B. im Angebote der monatlichen ‚Kinderkirche‘ gerecht zu werden, zumal das traditionelle Angebot des Kindergottesdienstes kaum noch angenommen werde und es ungeheuer schwierig sei, biblische Inhalte  ( so wie bei der Taufe von allen Seiten versprochen) zu kommunizieren.

Ein attraktiver Kindergarten, und darauf wies Pastor Veldmann in besonderer Weise hin, sei überdies für die Georgsdorf Bürgergemeinde von eminenter Bedeutung. Eine Gemeinde, die keine moderne Bildungseinrichtungen vorhalte – und dazu gehöre der Kindergarten – sei für junge Eltern und potenzielle Neubürger uninteressant. Der Kindergarten sei in gewisser Hinsicht gleichsam das Fundament eines lebendigen Hauses, zu dem Schule, Vereine und Kirche gehörten. Georgsdorf solle auch in Zukunft ein  junges und lebendiges Gemeinwesen bleiben. Ohne einen eigenen Kindergarten sei das nur schwer vorstellbar.

In diesem Zusammenhang wiesen Pastor Veldmann und Heiko Ende als Vertreter des Gemeinderates noch einmal ausführlich  auf die „Ideenwerkstatt zur Gestaltung des Dorfparks“ im Rahmen des Europäischen ‚Leader Programms‘ am 23. März 2019 um 9.30 Uhr im Gemeindehaus hin. Beide baten, die Anwesenden um engagierte Beteiligung und Weitergabe der Einladung!  (Siehe auch Wurfpost der Bürgermeisterin)

Schließlich teilte Pastor Veldmann noch mit, dass der Auftrag für den Neuanstrich des Gemeindehauses mitttlerweile erteilt worden sei und die Läuteanlage von der Firma HEW saniert werden müsse. Für beide Maßnahmen seien Kosten in Höhe von ca. 9000,00 € zu veranschlagen.

Pastor Veldmann schloss die Versammlung um 13.30 Uhr mit den besten Wünschen für einen erholsamen Sonntagnachmittag.

 

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